FRANKLIN TAGE begeistern trotz gekürztem Programm

Allgemein
21. Oktober 2015

FRANKLIN TAGE begeistern trotz gekürztem Programm

Die FRANKLIN TAGE vom 16. bis 18. Oktober fanden aufgrund der aktuellen Flüchtlingsunterbringung auf FRANKLIN unter anderen Rahmenbedingungen statt als geplant. Eine Situation, die Toleranz von allen Beteiligten erfordert – wie passend, dass der erste Abend ganz im Zeichen dieses Themas stand.

Das gekürzte Programm tat der Stimmung keinen Abbruch. Den Auftakt machte das FRANKLIN-Qualitätsteam mit einer Preisverleihung für Entwürfe von Architekturstudenten der Hochschule Darmstadt. Johanna Uhland und Alexander Kraus wurden für vorbildliches Planen im Bestand ausgezeichnet. Das ehemalige Kasino wurde im Rahmen einer Master Thesis von Alexander Kraus zu einem Veranstaltungsgebäude mit Hostel umgeplant. Die Panzerhalle wurde von Johanna Uhland im Rahmen einer Bachelor Thesis zu einem »sport-activity-center« umgeplant. Die Preise wurden von Dr. Konrad Hummel und Achim Judt von der MWSP sowie dem niederländischen Architekten Winy Maas persönlich übergeben und sind mit jeweils 500 Euro dotiert.

»Toleranz ist harte Arbeit«

Die Turnhalle der ehemaligen Elementary School war sehr gut gefüllt, als sich am Freitagabend alles um die Frage »Toleranz – was geht und was geht nicht?« drehte. Hierzu war Frau Prof. Angelika Nußberger, Richterin am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg, für einen Impulsvortrag eingeladen; genau wie zahlreiche Mannheimer Persönlichkeiten, die später in einer Diskussionsrunde ausführten, was Toleranz für sie bedeutet.

In seiner Begrüßungsrede ging MWSP-Geschäftsführer Dr. Konrad Hummel auf die aktuelle Situation vor Ort ein: »Wir finden es natürlich schade, dass die FRANKLIN TAGE nicht wie ursprünglich geplant stattfinden können. Aber während hier nebenan 7.000 Menschen nach langer Flucht notdürftig versorgt werden, wollten und konnten wir kein dreitägiges Fest feiern, als sei alles wie immer. Toleranz ist harte Arbeit. Wir versuchen alle, eine ohnmächtige Situation zu bewältigen, und was in dieser Hinsicht derzeit in Mannheim passiert, ist fantastisch«, lobte er die zahlreichen Helfer und Initiativen der Stadt.

Musikalisch stimmte dann der Mannheimer Rapper Jeremy Carr auf den Abend ein. Er performte seinen Song »Mannheim sagt Ja«, bevor Angelika Nußberger ans Rednerpult trat. Sie berichtete von ihrer Arbeit als Richterin am Europäischen Gerichtshof, bei der sie fast täglich Antworten auf die drängendsten Fragen zur Toleranz finden muss. Anhand von vergangenen Urteilen des Gerichtshofs beschrieb sie einige Grundsätze, die für ein tolerantes Miteinander gelten müssen.

In der anschließenden Gesprächsrunde erzählten Nina Aleric vom Migrationsbeirat der Stadt Mannheim, Rapper Jeremy Carr, der ehemalige Profiboxer und heutige Sozialarbeiter Charly Graf, Dekan Ralph Hartmann von der Evangelischen Kirche in Mannheim und Claus Preißler, der Beauftragte für Integration und Migration der Stadt Mannheim, von ihren Erfahrungen in Sachen Toleranz. In seinem Schlusswort betonte Konrad Hummel dann, dass FRANKLIN auch in Zukunft ein offener Ort für alle Menschen und Religionen sein wird und bedankte sich bei allen Unterstützern, die bisher ihren Teil zu dieser Vision beigetragen haben – und dies auch weiterhin tun wollen.

Der Samstag gehörte der Musik

Beim 1. Freiland Urban Dance Battle zeigten Tänzerinnen und Tänzer aus allen Altersklassen in Hip-Hop und Breakdance ihr Können. Die Begeisterung für Tanz und Musik war bei Tänzern und Besuchern spürbar und brachte Stimmung in die Halle! Das Publikum und die drei geladenen Judges stimmten nach jedem Battle für das bessere Duo. In den Pausen zeigten auch die Judges ihre Moves. Gewonnen haben am Ende Jo Escobar (Red Ranger Kinder des Mannos) und Josef (True Rockin Soul). Mit dem Auftritt der Roulette Rangers endete das Dance Battle.

Im Anschluss an das Dance Battle gehörte die Bühne zwei jungen Bands aus der Region. Die Jungs von »Südstein.« sind im Mannheimer Bandsupport und hatten auf FRANKLIN einen ihrer ersten Auftritte. Danach zeigte die Band »Total Banal« bei ihrem dynamischen Auftritt mit einer erfrischend-frechen Art ihr Können.

Sonntag ist Kinotag

Zum Abschluss der FRANKLIN TAGE verwandelte sich die Turnhalle der Elementary School am Sonntag in einen Kinosaal. Das Team vom Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg zeigte am Nachmittag zwei Filme zum Thema »Internationale Stadt«. Gerade der Film »The Human Scale« hat ein paar Denkanstöße für FRANKLIN gegeben und die bisherige Planungswege bestätigt. Das Interesse war groß – bis auf den letzten Platz war alles belegt.