Bebauungsplan FRANKLIN-Mitte

Baustelle
21. Januar 2016

Entwurf Franklin-Mitte: MVRDV, Niederlande

Bebauungsplan FRANKLIN-Mitte

Am Dienstag, den 19.01.2016, wurde im Ausschuss für Umwelt und Technik der Stadt Mannheim der Bebauungsplan für FRANKLIN-Mitte im Entwurf beschlossen.

Gemäß dem Aufstellungsbeschluss vom 08.04.2014 wurde damit der mittlere Teilbereich des der ehemaligen Benjamin Franklin Village mit dem Entwurf des Bebauungsplans unter dem Namen »FRANKLIN-Mitte« für die weitere Entwicklung des Quartiers freigegeben. Das 68 Hektar große Areal »FRANKLIN-Mitte« wird durch die ehemalige Offizierssiedlung sowie die Splittersiedlung »Beim Teufelsberg« im Norden, die Wasserwerkstraße im Westen, die Sullivan Barracks im Osten sowie die Birkenauer Straße im Süden begrenzt.

Das gesamte Kasernenareal (Benjamin Franklin Village, Sullivan Barracks und Funari Barracks) wurde von der MWS Projektentwicklungsgesellschaft (MWSP) im Dezember 2015 erworben. Die zivile Nachnutzung des Kasernenareals ist aufgrund fehlenden Planungsrechts nicht möglich. Der nun verabschiedete Entwurf des Bebauungsplanes schafft die rechtlichen Grundlagen für die Nachnutzung und Entwicklung des Quartiers.

Ziel ist die Schaffung eines Quartiers mit gestalterischen Alleinstellungsmerkmalen in räumlich-funktionaler Verflechtung mit der Nachbarschaft und innovativen Ansätzen aus den Bereichen Ökologie, Mobilität und Energie. FRANKLIN-Mitte stellt dabei das vielschichtige, urbane und bunte Zentrum dar. Die Bebauung von FRANKLIN-Mitte ist durch eine vielschichtige und abwechslungsreiche Baustruktur gekennzeichnet. Erhalt, Umnutzung und die Integration des Bestandes soll das besondere Alleinstellungsmerkmal werden. Die einzelnen unterschiedlichen Wohnquartiere, die unterschiedlichen Nutzergruppen gerecht werden, sind von großzügigen Grün- und Freiräumen mit einem vielfältigen Angebot an Sport- und Freizeitnutzungen umgeben. Neben der Vernetzung der angrenzenden Stadtteile und der Stärkung der Biotopvernetzung sieht das Freiraumkonzept ein differenziertes Angebot unterschiedlicher Freizeit- und Sportnutzungen vor. Insgesamt entsteht so ein vielfältig nutzbarer Freiraum, der zur Attraktivität des gesamten Stadtquartiers und insbesondere der Wohnfunktion entscheidend beiträgt. In der »Mitte der Mitte« soll künftig das Quartierszentrum entstehen. Neben Einzelhandel mit den Waren des täglichen Bedarfs entsteht hier Raum für ergänzende Dienstleistungsangebote sowie kirchliche und kulturelle Zwecke. Innerhalb des Quartiers liegt ein besonderer Fokus auf dem Fuß- und Radverkehr. Neben den Alltagsrouten bestehen weitere Angebote wie der Radschnellweg entlang der Birkenauer Straße oder die Activity Lane entlang der ehemaligen Lincoln Avenue. Die öffentlichen Straßenverkehrsflächen hingegen sind auf ein Mindestmaß reduziert und der motorisierte Individualverkehr soll ebenfalls reduziert werden. Eine gute ÖPNV Anbindung wird durch einen Bus und in fortgeschrittener Quartiersentwicklung mit einer eigenen Straßenbahnlinie gewährleistet. Insgesamt werden so die Voraussetzungen einer möglichst klimaneutralen Mobilität geschaffen.

Aufgrund der Bedeutung der künftigen Quartiersmitte für das Gelingen und die langfristige Stabilität des gesamten Stadtquartiers wurde ein integriertes, iteratives Vorgehen gewählt. Inzwischen haben elf Investoren auf FRANKLIN konkrete Bauvorhaben. Auf Initiative der MWSP wurde ein Qualitätsteam gebildet, welches neben dem städtebaulichen Entwurf gleichzeitig die einzelnen Investorenplanungen mit Blick auf den städtischen Gesamtkontext und das Zueinander der Einzelplanungen überprüft, bewertet und mit den Investoren bespricht. Es ist vorgesehen, dass Kaufverträge zwischen der MWSP und Investoren erst dann zum Abschluss kommen, wenn die Objektplanung ausreichend konkretisiert und vom Qualitätsteam mit dem FRANKLIN Zertifikat frei gegeben wurden. Das Qualitätsteam ist derzeit durch Frau Prof. Kerstin Schulz (liquid&fay architekten), Prof. Winy Maas (MVRDV), Carsten Maerz (Machleidt), Bernhard Schwarz (sinai), Dr. Alexander Kuhn (MVV regioplan), Andreas Ebert (FB 50), Achim Judt (MWSP) und Klaus Elliger (FBL 61) besetzt.

Hintergrund

Mitte 2012 wurde ein iterativer Planungsprozess gestartet, der mit Beschluss des Rahmenplans Benjamin Franklin Village im Mai 2014 die Basis für die weiteren Planungsschritte bildet. Etwa zeitgleich wurde der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan gefasst. Auf Basis des Bebauungsplanvorentwurfes fand im Zeitraum vom 24.11.2014 bis zum 05.01.2015 die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit statt. Aufgrund der Größe des Plangebietes von ca. 164 ha und des langen Entwicklungszeitraums war bereits zu diesem Verfahrensstand von der Aufstellung mehrerer Teilbebauungspläne auszugehen. Der Bebauungsplan wurde dementsprechend nach der frühzeitigen Beteiligung in mehrere Teilbebauungspläne geteilt.