Franklin

Chronik zu FRANKLIN

1945
Amerikanische Truppen der 44th Infantry Division erreichen das Franklin-Areal und nehmen die damalige Flakkaserne und Gallwitz-Kaserne in Besitz. In der Flakkaserne und Gallwitz-Kaserne sind jeweils rund 800 amerikanische Soldaten stationiert, dazu kommen im Fall der Gallwitz-Kaserne noch einige hundert Displaced Persons (DP); zeitweise befindet sich hier auch ein Militärkrankenhaus.

1948
Auf Befehl des amerikanischen Oberkommandos in Europa wird im Mai die Flakkaserne in Sullivan Barracks, die Gallwitz-Kaserne in Funari Barracks umbenannt. Die Namensgeber George Sullivan und Robert Funari waren Ende März/Anfang April 1945 mit der 100th Infantry Division durch Mannheim marschiert, bevor sie zwei Wochen später bei Kämpfen in der Nähe von Heilbronn ums Leben kamen.

1949
Für einige Monate ist das einzige amerikanische Panzerbataillon in ganz Europa in der Sullivan Barracks stationiert.

Um 1950
Im »Turmuhrgebäude« der Funari Barracks besteht eine amerikanische Elementary School, die kurze Zeit später in einen Neubau in der Columbusstraße zieht.

1951
Mit dem Hauptquartier der 34th Anti-Aircraft Artillery Brigade zieht das ranghöchste Luftabwehrhauptquartier der US Army in Europa in die Funari Barracks; kurze Zeit später treffen ein Panzer- und ein Panzergrenadierbataillon sowie weitere Einheiten (Luftabwehr, Feldjäger) in der Sullivan Barracks ein.

1951 – 1957
Zwischen der Funari und Sullivan Barracks entsteht in drei Bauabschnitten die Wohnsiedlung Benjamin Franklin Village (BFV; rund 2.000 Wohneinheiten). Dazu kommen Sozialeinrichtungen wie Kindergärten und Schulen, eine Poliklinik, ein Kino, eine Soldatenkirche, ein Hotel sowie diverse Geschäfte, Klubs und Sportanlagen.

1954
Das 510th Tank Battalion in der Sullivan Barracks erhält einen leibhaftigen Büffel als Maskottchen; das Tier mit Namen Geronimo ist ein Geschenk der Stadt Allentown im US-Bundesstaat Pennsylvania.

1956
Die bis 1956 an der Columbusstraße bestehende Elementary School zieht in einen Neubau bei der Funari Barracks; gleichzeitig wird das ehemalige Schulgebäude in eine High School umgewandelt. Der Büffel Geronimo wird zum Maskottchen der neuen Schule gewählt.

1962
Mit Marschall Iwan Jakubowski besucht der Oberbefehlshaber der sowjetischen Truppen in der DDR zusammen mit seinem Stab Mannheim. Im Woods Memorial Stadium der BFV wird den Besuchern aus der DDR ein umfangreiches Programm samt Sprungturmvorführung geboten.

1975 – 1976
Errichtung einer Middle School für die Klassenstufen 6 bis 8 an der Birkenauer Straße. Die neue Schule entlastet die anderen beiden Schulen in der BFV.

1988 – 1990
Umbau des Fürther Platzes („Platz der Freundschaft“), dessen unübersichtliche Verkehrsführung in der Vergangenheit zu vielen Unfällen geführt hatte (daher der Spitzname „Moxnix Corner“ unter den Amerikanern).

1994
Mit dem Abzug der 3rd Brigade der 1st Armored Division verschwinden die beiden Panzerbataillone aus der Sullivan Barracks. Im gleichen Jahr wird das CEGE-Hauptquartier in die Niederlande verlegt.

1995 – 1999
Zahlreiche Gebäude im Franklin-Areal werden renoviert, wodurch sich insbesondere die Wohnsituation alleinstehender Soldaten verbessert. Im hinteren Bereich der Sullivan Barracks wird ein neuer Commissary (Lebensmittelmarkt) errichtet.

2001
Die bisher für die deutsche Öffentlichkeit frei zugängliche BFV wird nach den Ereignissen des 11. September 2001 abgeriegelt. Einheiten aus der Sullivan Barracks dienen nun häufiger in Afghanistan oder im Irak.

2007
Beginn des Abzugs von Einheiten aus der Mannheimer Garnison, die sich auch im Wohngebiet BFV allmählich bemerkbar macht.

2011
Abzug der letzten Soldaten aus der Sullivan Barracks.

2012
Auszug der letzten verbliebenen Familien aus der BFV. Das Areal wird zusammen mit der Sullivan Barracks und Teilen der Funari Barracks durch die Amerikaner geräumt.

2014
Räumung der letzten Gebäude in der Funari Barracks durch die Amerikaner.