Baustelle

Auf FRANKLIN wird gebaut!

Jetzt, im April 2016, werden die ersten Bagger anrollen und mit den Abbruch- und Erschließungsmaßnahmen beginnen. Auf der größten ehemaligen US-Liegenschaft Deutschlands werden die Voraussetzungen für ein neues und lebendiges Stadtquartier geschaffen: Mannheims größte Baustelle entsteht!
Nach einer vierjährigen intensiven Planungsphase mit unterschiedlichen Wettbewerben und Experten, mit umfangreicher Bürgerbeteiligung, mit zahlreichen Veranstaltungen sowie der unerwarteten Herausforderung durch die Flüchtlingsunterbringung gelang der MWS Projektentwicklungsgesellschaft (MWSP) Ende 2015 endlich die Unterzeichnung des Kaufvertrags. Damit beginnt eine Umbauphase von zwei Jahren, gefolgt von einer Neu- und Aufbauphase von circa fünf Jahren.

Gemeinsam mit 20 Investoren entsteht ein Wohnangebot mit der bisher breitesten Palette an Mannheimer Wohntypologien, das wiederum Hochbauinvestitionen von über einer Milliarde Euro entspricht. Gleichzeitig wird mit einem bundesweit einmaligen Zertifikat eine soziale und ökologisch ausgewogene Quartiersmischung erreicht.

Sorgen werden ernst genommen

Damit der Umbau reibungslos funktioniert, muss die Baulogistik durchgeplant sein, und die einzelnen Gewerke, die Beauftragung von Abbruchunternehmen und weiteren Dienstleistern sowie die Logistik- und Transportplanung müssen eng aufeinander abgestimmt sein. Daher hat die MWSP ein großes Team von Bauexperten zusammengestellt, die ein umfangreiches Regelwerk, das Baulogistikhandbuch, erstellt haben. Auch das Beschwerdemanagement nimmt die MWSP sehr ernst und hat für Sorgen und Beschwerden der Bürger einen Ansprechpartner benannt.
Um die Rückbauarbeiten bestmöglich vorzubereiten, wurden Strom-, Wasser- und Fernwärmeleitungen getrennt und abgeschaltet. Außerdem wurden die Zufahrtswege für das Gelände und die abzureißenden Gebäude gesichert. Die Fläche wurde auf Schadstoffe und Kampfmittel untersucht.

Fast 220 Gebäude werden abgerissen

Im nächsten Schritt müssen die Baufelder für die Investoren frei gemacht werden. Das bedeutet, dass fast 220 Gebäude, von der Garage bis zum Wohnblock, abgerissen werden müssen. Das sind 110.000 Quadratmeter, was einer Fläche von fast 15 Fußballfeldern entspricht. Dabei werden rund 1,2 Millionen Kubikmeter Bauschutt produziert, der die SAP-Arena dreimal komplett ausfüllen würde. Um in der Bauphase möglichst schnell voranzukommen, wurde ein detaillierter Abbruch- und Logistikplan entwickelt, sodass die Gebäude in drei fast zeitgleich verlaufenden Bauabschnitten von drei Abbruchunternehmen rückgebaut werden.

Ebenfalls schon vor Beginn der Abbrucharbeiten muss die Grünplanung berücksichtigt werden. Sträucher und Bäume, die näher als fünf Meter an Gebäuden stehen, müssen gerodet werden. Im Verlauf der weiteren Arbeiten wird es einen Ausgleich für diese Bäume geben. Sukzessive werden Flächen entsiegelt und neue Bäume gepflanzt. Am Ende werden allein in FRANKLIN-Mitte rund 1.500 Bäume stehen. Die Baumpflanzungen sind Teil der großzügigen Freiraumplanungen für das neue Stadtquartier. Zu dem wird auch das sogenannte »Grüne U« gehören, das FRANKLIN-­Mitte umgeben wird: eine 23 Hektar große Freifläche, so groß wie 32 Fußballfelder. Neue Wegeverbindungen zum Käfertaler Wald und zusammenhängende Grünflächen und Biotopverbunde entstehen und bleiben erhalten.

Dazu wird bereits im Vorfeld der Bauarbeiten durch artenschutzrechtliche Prüfungen festgestellt, ob und welche ausgleichenden Maßnahmen später durchzuführen sind. Schon jetzt werden Nistkästen aufgehängt und mögliche Bruthöhlen gesichert, sodass zu Beginn der Brutzeit ausreichend Alternativen für die Tiere vorhanden sind.