Stadt Bürger Dialog: Anerkennung für FRANKLIN

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2. Juli 2015

Foto: Horst Hamann

Ein herzliches Wiedersehen auf FRANKLIN

Mister Underhill muss sich bemühen, nicht allzu sentimental zu werden. 42 Jahre ist es her, da stand er zuletzt auf FRANKLIN. Damals hieß das Gelände noch Benjamin-Franklin-Village und war im Besitz der US-Armee.

Jetzt ist er nach all den Jahren an den Ort zurückgekehrt, wo er knapp drei Jahre seiner Kindheit verbracht hat. Als 11-Jähriger hat er hier mit seiner Familie gewohnt, weil sein Vater der US-Armee angehörte.

Heute begleitet ihn seine eigene Familie, er hat eine Frau und zwei erwachsene Töchter.

Mister Underhill mit seiner Familie
Mister Underhill mit seiner Familie

Zusammen unternehmen sie diesen Sommer einen längeren Deutschland-Trip. Mister Underhill will seiner Familie den Ort zeigen, der Teil seiner Kindheit war. Auf Ihrer Reise war die Familie zuvor schon in München und auf der Zugspitze. Auf FRANKLIN begleiten sie Nicole Hoffmann von der Geschäftsstelle kulturelle Stadtentwicklung der Stadt Mannheim und die ehrenamtliche Lotsin Ilse Gerling.

Zusammen spazieren sie über das Gelände, auch die jetzt leer stehende Wohnung von damals kann Familie Underhill besichtigen. Die Sports Arena weckt bei Mister Underhill beste Erinnerungen, hier hat er als Junge Basketball gespielt. Viel Zeit verbrachte er damals auch im benachbarten Jugendzentrum: »Hier gab es Tischfußball, Billard und man konnte sich Spiele ausleihen« erzählt er.

Die Kirche besuchen sie ebenfalls. Sie wurde früher für viel mehr als nur für Gottesdienste genutzt: sie war wichtiger Treffpunkt der Gemeinde, wo die Menschen gemeinsam kochten, spielten und miteinander plauderten. Was seiner Frau auffällt, die als Kind auf einem US-Stützpunkt bei München gelebt hat: Die US-Armee hat ihre Siedlungen offenbar oft nach gleichem Muster gebaut.

Während des Spaziergangs durch seine alte Heimat erinnert sich Mister Underhill gerne an seine Kindheit als Amerikaner in Deutschland zurück: »Wir blieben meist unter uns hier in den Kasernen. Kontakte zu deutschen Kindern gab es nur wenig. Dafür machte meine Familie viele Ausflüge mit mir in die Region – natürlich oft ins schöne Heidelberg auf das Schloss«, erzählt er.

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Er und seine Frau erinnern sich gerne an Deutschland – und auch seine erwachsenen Töchter sind begeistert vom Land und den Leuten. Sie können sich ebenfalls vorstellen, hier einmal zu leben, beispielsweise für ein Auslandssemester. Vielleicht kommen sie dann in ein paar Jahren mit ihrer eigenen Familie nach Mannheim zu einem Besuch – so wie Mister Underhill an diesem sonnigen Samstag.