7 – Sports Arena

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Bewegen und Begegnen

Basketball- und Volleyballturniere, aber auch militärische Zeremonien, Messen, Weihnachtsmärkte und andere Veranstaltungen fanden über die Jahrzehnte in der 1951 erbauten zentralen Sports Arena statt. Im Rahmen des Mannheimer Albert-Schweitzer-Turniers trafen hier regelmäßig die besten Nachwuchsspieler des internationalen Basketball aufeinander, darunter 1977 der legendäre Magic Johnson. Die Sports Arena bildete zusammen mit dem nahen Kino (teilweise als „Schuh Theater“ bekannt), dem Top Hat Club, einer Bowling Alley, Tennisplätzen und dem Woods Memorial Stadium einen zentralen Sport- und Freizeitbereich innerhalb der Village. Während vieler Jahre fand auf den Parkplätzen zwischen den Gebäuden das traditionelle Deutsch-Amerikanische Volksfest statt, das auch viele deutsche Nachbarn in die amerikanische Wohnsiedlung lockte. Die Arena steht heute unter Denkmalschutz.


Sports Arena

Auch in Zukunft wird das denkmalgeschützte Gebäude der Sports Arena mit seiner eindrucksvollen Fassade auf Franklin als sozialer, sportlicher und kultureller Treffpunkt genutzt werden.


 

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Top Hat Club: Dance the night away

Der seit Mitte der 1950er Jahre bestehende Top Hat Club – ursprünglich ein Unteroffizierskasino – diente der Garnison lange Zeit als wichtiger sozialer Treffpunkt. Während seiner ersten Jahre stand der Top Hat Club in der Tradition der großen amerikanischen Musikklubs, in denen manches lokale Musiktalent seine ersten Berührungspunkte mit Blues, Jazz und Swing fand. Als Schallplattenspieler und später dann Tonbandgeräte und CD-Player in mehr und mehr Soldatenstuben Einzug hielten, wandelte sich die Einrichtung allmählich zu einem Restaurant, in dem die gelegentliche Livemusik aber weiterhin zu den Hauptattraktionen zählte. Joy Fleming, Xavier Naidoo und die Popakademie verweisen gerne auf die Quellen amerikanischer Musik in Mannheim.

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Übersicht Konversionsflächen in Mannheim

Wir machen Konversion in Mannheim

Um diese 5 Mio. qm große Fläche, die durch den Abzug der US-Armee frei wird, geht es. Im Unterschied zu vielen anderen Städten ist die Fläche in Mannheim so groß, dass ihre Nutzung entscheidenden Einfluss auf die Zukunft der Stadt nimmt. Diese Zukunft wird seit 2011 unter reger Beteiligung der Mannheimer Bürgerinnen und Bürger gestaltet. Drei Kasernen sind inzwischen gekauft, für die restlichen drei liegen Zeitpläne vor.

1_Coleman Barracks (SANDHOFEN/Schönau)
Das ehemalige Flughafengelände umfasst 220 Hektar. Es wird weitgehend freigeräumt, um für Natur und Klimaverbesserungen Platz zu schaffen.

2_BENJAMIN FRANKLIN VILLAGE, Funari Barracks und Sullivan Barracks (Käfertal)
Die 140 Hektar große Fläche am Käfertaler Wald hat durch die Linie 5 und die B 38 bereits einen Anschluss an die Infrastruktur Mannheims. Von den 2000 etwa 60 Jahre alten größeren Wohnungen bleibt etwa die Hälfte erhalten. Gleichzeitig entstehen viele hochwertige Neubaugebiete, welche durch Sport- und Schulanlagen sowie Einzelhandel zu einem neuen Stadtteil werden.

3_Taylor Campus (VOGELSTANG)
Auf den 45,3 Hektar entsteht eine Mischung aus Gewerbe, Grünzug und Medienpark. Außerdem ist auf dem Campus die Errichtung einer Europäischen Schule geplant. Schon jetzt werden auf dem Gelände über 500 neue Arbeitsplätze geschaffen. Gewerbetreibende Unternehmen können hier ab sofort Grundstücke erwerben.

4_Turley Areal (NECKARSTADT)
Auf der 12,6 Hektar großen Fläche entlang der B 38 entsteht eine bunte Mischung aus Wohnen und Arbeiten: Denkmalgeschützte Altbauten werden erhalten, Flächen für Eigentum entstehen und Wohngruppen setzen ihre Vorstellungen in eigenen Neubauten um. Ein weltweit erfolgreiches Ingenieursunternehmen wird hier einen neuen Firmensitz erhalten. Gastronomische Betriebe, Geschäfte für den alltäglichen Bedarf und Bildungseinrichtungen bereichern das Quartier.

5_Spinelli Barracks (Feudenheim)
Die 80,9 Hektar große hallenbestückte Fläche soll weitgehend freigeräumt werden. Rund 80% sind als Freifläche geplant. Davon ist die eine Hälfte für die Bundesgartenschau 2023 vorgesehen. Die andere Hälfte soll unter dem Motto »Gestalte dein Freiland« entwickelt werden. 10% sollen für die zu erhaltenden Altbauten und ca. 10% für energetisch zukunftsweisende Neubauten verwendet werden.

6_Hammonds Barracks (SECKENHEIM)
Die Hammonds Barracks mit einer Fläche von 7 Hektar werden als Wohngebiet von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) entwickelt.

Zeitplan der Konversion

2011
Bürgerinnen und Bürger sammeln 1.000 Ideen und ein offener Bürgerbeteiligungsprozess beginnt. Erstes öffentliches Bürgerforum zur Konversion

2012
Ideen, Aktivitäten und Entwicklungen der Konversion werden zusammengefasst und mit Eckpunkten im »Weißbuch I« veröffentlicht. Die MWS Projektentwicklungsgesellschaft, die zur Entwicklung der Flächen gegründet wurde, kauft die Turley Barracks. Zweites öffentliches Bürgerforum zur Konversion

2013
Im Weißbuch II werden die Ideen strukturiert und fünf Qualitätsmarken zugeordnet, die die Entwicklung der Flächen prägen sollen. Beim Bürgerentscheid zur Bundesgartenschau stimmt die Mehrheit der ­Mannheimer/innen und Mannheimer für dieses Konversionsprojekt. Die MWSP kauft die Taylor Barracks und entwickelt Sie zu einem grünen Gewerbegebiet. Drittes öffentliches Bürgerforum zur Konversion

2014
Unter dem Titel »Franklin Factory« startet ein ­Beteiligungsprogramm zur Benjamin Franklin ­Village, mit ­offenen Abenden.

2015
Kauf und Entwicklung Franklin

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US-Chronik Benjamin Franklin Village

2015
Räumung der letzten Gebäude in der Funari Barracks durch die Amerikaner.

2012
Auszug der letzten verbliebenen Familien aus der Benjamin Franklin Village. Das Areal wird zusammen mit der Sullivan Barracks und Teilen der Funari Barracks durch die Amerikaner geräumt.

2011
Abzug der letzten Soldaten aus der Sullivan Barracks.

2007
Beginn des Abzugs von Einheiten aus der Mannheimer Garnison, die sich auch im Wohngebiet Benjamin Franklin Village allmählich bemerkbar macht.

2001
Die bisher für die deutsche Öffentlichkeit frei zugängliche Benjamin Franklin Village wird nach den Ereignissen des 11. September 2001 abgeriegelt. Einheiten aus der Sullivan Barracks dienen nun häufiger in Afghanistan oder im Irak.

1995 bis 1999
Zahlreiche Gebäude im Franklin-Areal werden renoviert, wodurch sich insbesondere die Wohnsituation alleinstehender Soldaten verbessert. Im hinteren Bereich der Sullivan Barracks wird ein neuer Commissary (Lebensmittelmarkt) errichtet.

1988 bis 1990
Umbau des Fürther Platzes (»Platz der Freundschaft«), dessen unübersichtliche Verkehrsführung in der Vergangenheit zu vielen Unfällen geführt hatte (daher der Spitzname »Mox Nix Corner« unter den Amerikanern).

1975 bis 1976
Errichtung einer Middle School für die Klassenstufen 6 bis 8 an der Birkenauer Straße. Die neue Schule entlastet die anderen beiden Schulen in der Benjamin Franklin Village.

1962
Mit Marschall Iwan Jakubowski besucht der Oberbefehlshaber der sowjetischen Truppen in der DDR zusammen mit seinem Stab Mannheim. Im Woods Memorial Stadium der Benjamin Franklin Village wird den Besuchern aus der DDR ein umfangreiches Programm samt Sprungturmvorführung geboten.

1956
Die bis 1956 an der Columbusstraße bestehende Elementary School zieht in einen Neubau bei der Funari Barracks; gleichzeitig wird das ehemalige Schulgebäude in eine High School umgewandelt. Der Büffel Geronimo wird zum Maskottchen der neuen Schule gewählt.

1954
Das 510th Tank Bataillon in der Sullivan Barracks erhält einen leibhaftigen Büffel als Maskottchen; das Tier mit Namen Geronimo ist ein Geschenk der Stadt Allentown im US-Bundesstaat Pennsylvania.

1951 bis 1957
Zwischen der Funari und Sullivan Barracks entsteht in drei Bauabschnitten die Wohnsiedlung Benjamin Franklin Village (Benjamin Franklin Village; rund 2.000 Wohneinheiten). Dazu kommen Sozialeinrichtungen wie Kindergärten und Schulen, eine Poliklinik, ein Kino, eine Soldatenkirche, ein Hotel sowie diverse Geschäfte, Klubs und Sportanlagen.

1951
Mit dem Hauptquartier der 34th Anti-Aircraft Artillery Brigade zieht das ranghöchste Luftabwehrhauptquartier der US Army in Europa in die Funari Barracks; kurze Zeit später treffen ein Panzer- und ein Panzergrenadierbataillon sowie weitere Einheiten (Luftabwehr, Feldjäger) in der Sullivan Barracks ein. um 1950
Im »Turmuhrgebäude« der Funari Barracks besteht eine amerikanische Elementary School, die kurze Zeit später in einen Neubau in der Columbusstraße zieht.

1949
Für einige Monate ist das einzige amerikanische Panzerbataillon in ganz Europa in der Sullivan Barracks stationiert.

1948
Auf Befehl des amerikanischen Oberkommandos in Europa wird im Mai die Flakkaserne in Sullivan Barracks, die Gallwitz-Kaserne in Funari Barracks umbenannt. Die Namensgeber George Sullivan und Robert Funari waren Ende März/Anfang April 1945 mit der 100th Infantry Division durch Mannheim marschiert, bevor sie zwei Wochen später bei Kämpfen in der Nähe von Heilbronn ums Leben kamen.

1945
Amerikanische Truppen der 44th Infantry Division erreichen das Franklin-­Areal und nehmen die damalige Flakkaserne und Gallwitz-Kaserne in Besitz. In der Flakkaserne und ­Gallwitz-Kaserne sind jeweils rund 800 amerikanische Soldaten stationiert, dazu kommen im Fall der Gallwitz-Kaserne noch einige hundert Displaced Persons (DP); zeitweise befindet sich hier auch ein Militärkrankenhaus.